Hals- und Beinbruch

 

Hals- und Beinbruch!

 

Beim Abschied sagt ein Freund zum andern: Ich wünsche dir Hals- und Beinbruch. Dieser überlegt einige Augenblicke. Dann fragt er vorsichtig zurück: Sag mal, soll ich mir wirklich Hals und Bein brechen? Nein, natürlich nicht, antwortet er prompt. Es ist halt so ein Spruch. Im Grunde wünsche ich dir das Gegenteil, daß du dir nichts brichst, dass du  gut zurande kommst, dass du heil nach Hause kommst.

 

Aber ich muss zugeben, es ist wirklich merkwürdig. Ich glaube, die meisten denken sich einfach nichts dabei, ich bisher auch nicht. Doch es ist nicht nur ein Spruch. Er weist allerdings in eine andere Richtung. Es ist ein alter Segenswunsch. Er stammt aus dem Hebräischen. Die Juden grüßen einander von alters her mit diesem Gruß. Sie tun es auch heute noch. Sie sagen zueinander: ´hasloche un broche´. Das bedeutet so viel wie Glück und Segen. Haslacha heißt Glück und b´racha Segen. Wahrscheinlich hat man den so gesprochenen Gruß immer wieder gehört aber eben missverstanden. Daraus wurde dann Hals- und Beinbruch. 

 

Als ich ihnen das erkläre, sind sie sehr überrascht. Wie gut! Dann können wir doch uns auch gegenseitig ´hasloche un broche´ wünschen. Einer fügt hinzu: Wenn ich das nächste Mal zu einem anderen sagen will: Hals- und Beinbruch oder wenn es ein anderer zu mir sagt, dann werde ich es ihm erklären. Ich bin sicher, er wird genauso überrascht sein wie ich. Warum sollen sich Christen nicht auch gegenseitig Glück und Segen wünschen? Das kann wahrlich nicht nur für Jubilare oder Geburtstagskinder gut sein, sondern besonders auch für Menschen, die vor schwierigen Aufgaben stehen oder wichtige Entscheidungen zu treffen haben. Und eben nicht nur vom Hals bis zu den Beinen, sondern wie man so sagt, von Kopf bis Fuß.

 

Hasloche un broche, Glück und Segen!

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